Wenn ein ehemaliger Schützling vom Tierheim Herne-Wanne entläuft (zum Glück passiert das aufgrund der guten Vermittlung sehr selten), sind wir immer mit im Boot.
So erreichte uns vor 3 Wochen der Hilferuf zur entlaufenen Triss.

Triss, eine rumänische Hündin, entlief einige Tage nach der Vermittlung, als Frauchen über ihren offenen Schnürsenkel stolperte und ihr die Leine aus der Hand fiel. Trotzdem die Hündin keine typische Angsthündin ist, erschreckte sie sich und war fort.

Bereits nach den ersten Gesprächen war klar, dass hier KEIN Suchhund zum Einsatz kommen konnte.
Triss war in unmittelbarer Nähe des Autobahnkreuzes A42/A43 entlaufen, direkt an den Bahngleisen.
Warum hier kein Suchhund angezeigt war, erklärt sich damit ja wohl von selbst!
Noch dazu war die Leine nur 1,5m lang und in 8 Jahren Tiersuche haben wir es erst einmal erlebt, dass sich ein Hund mit einer so kurzen Leine festgehangen hat und der war winzig klein.

Also blieb erstmal nur die Beratung.
Inzwischen hatten wir auch Kontakt zu den Besitzern und erklärten ihnen, was nun zu tun ist: In den nächsten Tagen wurde geflyert was das Zeug hält, erste Futterstellen eingerichtet, Schleppen gezogen…

Die erste Sichtung erhielten die Besitzer direkt von der Autobahn. Triss war hinter der Leitplanke entgegen der Fahrtrichtung unterwegs.
An der einzigen Stelle, an der sie die Bahn verlassen konnte, wurde erneut geflyert und eine Futterstelle eingerichtet.
Leider stellte sich hier kein Erfolg ein.
Triss zeigte sich nur sehr selten. Die nächste Sichtung war sehr nahe an ihrem Zuhause. Also wieder eine Futterstelle eingerichtet und diesmal hatten wir Glück. Sie wurde angenommen. Doch der Erfolg hielt nicht an, an den Folgetagen blieb das Futter unberührt 😞
Als die Besitzer wieder zum Flyern unterwegs waren, stießen sie auf Personen, die einer Sichtung für einen entlaufenen Hund aus Dortmund nachgingen. In einem späteren Telefonat mit ihnen verständigte man sich darauf, in Kontakt und im Austausch über die Sichtungen zu bleiben, denn zumindest von weitem betrachtet, sehen die Hunde ähnlich aus.
Leider funktionierte das nicht wirklich gut, Sichtungen wurden nicht weiter gegeben. Obwohl bereits bekannt war, dass es sich zumindest in diesem Umkreis bei dem gesichteten Hund mit hoher Wahrscheinlichkeit um Triss handelte, wurden keine Informationen an die Besitzer weiter gegeben und dazu auch noch eigenmächtig Futterstellen eingerichtet.
Auch als die Hündin Triss die Futterstelle angenommen hatte und sogar auf der Kamera zu sehen war, wurden noch immer nicht die Besitzer informiert. Stattdessen wurde dort nachgefragt, ob es von Triss etwas Neues gibt. Ein Vorgehen, das wir durchaus fragwürdig finden.
Nun, immerhin wurde das Tierheim zu einem späteren Zeitpunkt über das Anfüttern in Kenntnis gesetzt und diese bestätigten nach Sichtung der Bilder, dass es sich zu 100% um Triss handelt. Der Post auf Facebook hingegen, in dem gefragt wurde, wer den angefütterten Hund kennt, wurde nicht aktualisiert. Man tat einfach weiter so, als wüsste man nicht, welcher Hund auf den Bildern der Kamera zu sehen war. Selbst Kommentare, dass die Besitzer bekannt sind und sich gekümmert wird, wurden ignoriert oder per PN zurück gewiesen. Zeitgleich versuchte man nun eine Falle zu organisieren und so erfuhren letztlich auch wir von diesem ominösen Vorgehen.

Wir fragen uns allen Ernstes, was hier gespielt werden sollte. Einen Hund ohne Einverständnis der Besitzer einfach mit Falle sichern?
Es ist wirklich manchmal sehr traurig, was sich in der Tiersuche so alles abspielt.

Dennoch, statt uns zu ärgern, organisierten wir in Windeseile eine entsprechend große Falle und den Transport. Zur Überwachung sollte unsere Kamera, die die Bilder direkt aufs Handy überträgt, zum Einsatz kommen.
Am Mittwoch dann konnte die Falle abgeholt und gestellt werden. Zuerst war diese wegen inkompetenter Beratung durch die oben erwähnte schlecht platziert und nicht wirklich gut in die Umgebung integriert. Auch war sie trotz fehlender Überwachung sofort scharf gestellt. 😳
Beim Aufhängen unserer Kamera wurde die Falle entsprechend umplatziert und Futterspuren von der Futterstelle zur und in die Falle gelegt.
Von da an dauerte es keine Stunde und Triss war in der Falle. Die Freude war riesig. Endlich konnte die Fellnase nach 3 langen Wochen von der Straße geholt werden.

Wir alle haben so oft gebangt und gezittert. In diesem Gebiet, umgeben von Autobahnen und Bahngleisen hätte der kleinste Fehler Triss das Leben kosten können. Um so glücklicher sind wir, dass die kleine Maus nun in Sicherheit ist.

An dieser Stelle bleibt noch zu sagen, dass wir natürlich sehr dankbar über das Anfüttern von Triss sind. Keineswegs können wir aber gut heißen, wie hier mit den Informationen umgegangen wurde, um………….. ja……. warum eigentlich?!
Wahrscheinlich einfach nur, um für ein paar Minuten durch die Sicherung eines entlaufenen Hundes im Rampenlicht zu stehen.
So macht es zumindest den Eindruck.
Schade, dass man so leichtfertig mit dem Leben eines Tieres spielt, denn wie schon gesagt, in dem Gebiet hätte der kleinste Fehler den Hund das Leben kosten können.

Für uns war die Sicherung kein Alleingang.
Wir hatten hier bis auf die Beratung und das Verleihen der Kamera mit Bild-Direktübertragung kaum einen Anteil. Den Großteil haben die Besitzer und Gaby vom Tierheim Herne-Wanne selbst gerockt.
Unterstützt wurde die ganze Aktion wie so oft von Ute Organiska und Nikola Rüttgers (Beratung Lebendfalle, Aufstellen, Bestücken…) und durch das K-9 Suchhundezentrum Niederrhein, das uns unkompliziert ihre Falle zur Verfügung gestellt hat.

Alles in allem also wieder perfekte Teamarbeit.

Wir sind sehr dankbar für dieses gut funktionierende Netzwerk.
Der kleinen Triss wünschen wir von Herzen alles Gute und schnelles Ankommen in ihrer Familie.
Danke Gaby und Petra für euer Vertrauen!

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