Bereits eine Woche zuvor erreichte uns der Anruf einer Familie aus Meerbusch, deren Dackel jagdlich motiviert am Samstagnachmittag entlaufen war. Aufgrund von Krankheit verwiesen wir an unsere Kollegen von K-9, die am Montag in den Einsatz gingen, um u.a. Kaninchenbauten zu überprüfen. Mücke war vor allem an Kaninchen sehr interessiert.

Nach einigen Stunden Suche brachen sie den Einsatz ohne Erfolg und eindeutige Aussage ab. Sie rieten der Familie weiterhin zu flyern und alle relevanten Stellen zu informieren. Es brauchte stichhaltige Sichtungen, um weiter agieren zu können.

Dacke Mücke aus Meerbuschetliche Male in den sozialen Medien geteilt

Durch einen Artikel in der Zeitung wurde eine junge Frau des NABU auf das Verschwinden des Dackels aufmerksam und unterstützte die Besitzer fortan bei der Suche. U.a. mit Kameras, mit denen sie dutzende von Kaninchenbauten überprüften.

Mücke wurde etliche Male in den sozialen Medien geteilt, dennoch blieb der Erfolg des medialen Suchaufrufs aus.

Erst am folgenden Freitagabend meldete sich eine Dame und teilte mit, dass sie Mücke in Ilverich gesehen hat.

nach Sichtungsüberprüfung auf Start zurück

Die Kollegen von K-9 baten uns, die Sichtungsüberprüfung zu übernehmen. Wir besprachen kurz das Ergebnis der Suche am Anfang der Woche und anschließend mit den Besitzern den bevorstehenden Einsatz.

Am Sonntagmittag trafen wir uns Zuhause bei Mückes Familie. Sie erklärte uns alles und ein Blick auf die Karte verhieß, dass die Sichtung durchaus realistisch sein konnte.

Wir fuhren zum Sichtungsort.

Dort angekommen setzten wir Feline mit einem der Geruchsträger am vermeintlichen Sichtungspunkt an. Hoch motiviert trabte sie im Passgang los, checkte gewissenhaft alle Richtungen ab, um dann ein klares “negativ” anzuzeigen.

Es war sicher, dass Mücke nie hier gewesen war.

Wir überlegten und nach Bitten der Besitzer entschieden wir, zum Entlaufort zu fahren. Auch hier ließen wir uns die Situation schildern. Wir entschieden, das Ergebnis der K-9-Suche zu überprüfen, denn irgendwo musste der Dackel ja sein.

schwierige Wetterverhältnisse und alte Spur

Die Umgebungs- und Windverhältnisse am Entlaufort waren äußerst schwierig: riesige freie Flächen (Felder, Äcker), Straßen und Wind, der darüber fegte. Dennoch stieg Feline souverän in die Suche ein, sie lief u.a. über ein großes Feld und gelangte so zielstrebig von hinten in das Grundstück der nahe gelegenen Gärtnerei. Um dort intensiv suchen zu können, holten wir uns die Erlaubnis der Eigentümer. Wir setzten Feline in der Gärtnerei erneut an. Auch hier prüfte sie gelassen alle Ecken und vor allem die Kaninchen-Bauten nach Mücke.

Wir waren sicher, dass es hier sehr viel Geruch gab, offenbar hatte sich Mücke hier richtig ausgetobt.

Um Feline nicht zu überfordern, nahmen wir sie aus der Suche und brachten Milka ins Rennen. Unser Nachwuchshund suchte akribisch jeden Meter nach Geruch ab und fand schließlich die Spur in Richtung eines anderen Feldes und der Bahngleise. Dort angekommen fing sie am Bahnübergang an zu pendeln, überquerte dort die Gleise, zog hinter ein Bahnhäuschen und wollte entlang der Schienen weiter.

Da hier nur Unrat lag und der Bereich gefährlich eng an den Schienen, zogen wir sie dort raus, so dass sie ihre Suche entlang von Schrebergärten fortsetzen musste, die parallel zu den Bahnschienen angelegt waren. Immer wieder zog Milka nach rechts zu den Gleisen und unser Bauchgefühl verhieß nichts Gutes. Auf dem Rückweg gleiches Bild: Sie steuerte wieder das Bahnhäuschen und die Gleise an. Unter ihrem starken Protest nahmen wir sie aus der Suche, da es dort für uns Suchhund-Gespann zu eng bzw. zu gefährlich nah an den Gleisen war.

das traurige Ende der Suche

Nadine, die junge Frau vom NABU, die uns begleitet hatte, berichtete später einer Freundin von dem Ergebnis unserer Suche. Diese machte sich dann nochmal auf die Suche und fand Mücke nur wenige Meter neben dem Bahnhäuschen am Rande des Gleisbetts tot auf. Offenbar war sie direkt auf dem Nachhause-Weg am Samstag mit dem Zug kollidiert.

Wir sind sehr traurig über den Ausgang der Suche. Einziger Trost: die Familie kann nun damit abschließen und trauern. Die Ungewissheit ist endlich vorbei. Mücke wird heute in der Eifel beerdigt.

Wir wünschen ihrer lieben Familie von Herzen viel Kraft!

Suchhund MilkaAuch wenn das Ende der Suche traurig ist, sind wir mega stolz auf die Arbeit unserer Hunde.

Insbesondere Nachwuchshund Milka hat sich unseren Respekt verdient.

Eine sage und schreibe 7 Tage alte Spur, Wind über freiem Feld… da waren wir schon sehr überrascht.

Umso mehr freuen wir uns.

 

Danke auch an das Team des NABU, allen voran Nadine für die Wahnsinns Unterstützung vor Ort.

So muss das sein!

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