Viele haben es ja schon gelesen, dass die kleine Nona endlich wieder daheim ist.
Dennoch hier ein kurzer Bericht über unsere Einsätze.

Nona entlief beim Spaziergang mit Flexileine am Geschirr. Da dies in einem Gebiet mit viel Gestrüpp passierte und die Hündin trotz Suche unauffindbar war, wurden wir vom Bruder der Besitzerin kontaktiert.
Wir entschieden am Folgetag in den Einsatz zu gehen.
Das Entlaufgebiet: ein Wall in Essen Vogelheim, links und rechts vom Hauptweg ordentliches Gefälle mit Bäumen und viel undurchdringbarem Gestrüpp.

Wir begannen die Suche mit Milka, die sehr klar ein kleines Gebiet eingrenzte. Auch Feline, die als zweite startete landeten eben in diesem Gebiet. Die Suche dort gestaltete sich ziemlich schwierig: viele dichte Büsche, Totholz und natürlich das Gefälle machten den Hunden zu schaffen. Wir konnten Nona nicht genau lokalisieren. 😳
Erstmal gingen wir davon aus, dass sie dort festhängen musste. Als wir dann mit Feline auf dem Rückweg waren (das Gebiet sollte nochmal ohne Hunde durchsucht werden), zog sie plötzlich an. Sie musste auf eine frische Spur gestossen sein.
Wir rieten den Besitzern Futterstellen einzurichten, was noch am gleichen Tag geschah.
Am nächsten Tag bestätigte sich unser Verdacht, Nona war noch vor unserem Einsatz gesehen worden, sie war also mobil.
Nun hieß es Ruhe bewahren, zu flyern und die Futterstellen regelmäßig zu befüllen.
Immer mal wieder fehlte in einer der drei Futterstellen Futter, doch auf den Kameras war entweder nichts oder andere Tiere zu sehen. Letztendlich wurde auch noch eine der Kameras geklaut und das ausgerechnet an dem Tag, als wieder das Futter weg war 😞
Dennoch, es gab keine weitere Sichtung von Nona und langsam kamen wir ans Verzweifeln. Geduldig zu sein, das war gerade echt schwierig.
Samstag Abend entschieden wir dann die einzige Sichtung zu überprüfen.

Beide Hunde liefen von diesem Punkt (dem Ende des Walls los) und es fühlte sich auch nicht nach uralter Spur an. Milka nahm ich direkt wieder raus. Mit Feline wollte ich gucken, ob sie wieder irgendwo auf frisch traf. Und das tat sie, immer wieder gab es frische Geruchsspuren, immer wieder ging es durchs Gestrüpp. Da wir Nona aber nicht vertreiben wollten, brachen wir die Suche schließlich ab.
Weiter geduldig sein hieß es nun und flyern und noch mehr Leute informieren.

Gegen Mittag gab es dann eine angebliche Sichtung in Gelsenkirchen. Auch dieser gingen die Besitzer ohne Erfolg nach. Da wir erst am Abend Kenntnis davon erlangten, konnten wir die Sichtung mit Hund leider an diesem Abend nicht mehr überprüfen.

Heute Nacht dann das große Wunder: Ganz in der Nähe des Entlaufgebietes, bei Döbbe an der B224, erkannte eine junge Frau die Hündin. Nona ließ sich sofort sichern, ganz ohne Gegenwehr. Offenbar hatte sie genug von ihrem Ausflug und war einfach nur geschafft. Kurze Zeit später konnte Denise ihre Fellnase in Empfang nehmen und sie nach Hause bringen.
Es geht ihr den Umständen entsprechend gut, sie hat abgenommen und großen Durst gehabt. Aber sie lebt!
Wir sind sehr happy über diesen Ausgang und freuen uns mit der Familie.
Danke Denise Wi für euer Vertrauen und danke an Feline & Milka für die gute Arbeit.

Ein paar Worte möchten wir an dieser Stelle noch loswerden, über das, was unsere Suchhunde leisten können und was nicht (wir hörten davon, dass hier wohl mal wieder falsche Infos weiter gegeben wurden):

1. unsere Hunde können nur suchen (und oft auch finden, wenn es die Situation zulässt, z.B. beim Festhängen mit der Leine)
2. unsere Hunde können nicht einfangen, sprich, es macht wenig Sinn, einen mobilen Hund zu suchen (natürlich gibt es Ausnahmen, z.B. lange keine Sichtung, alt, krank, verletzt…)
3. eine Sichtungsüberprüfung vertreibt in der Regel den Hund erstmal NICHT, zumindest dann nicht, wenn der gesehene Hund sowieso weiter gelaufen ist, sie dient lediglich dazu, herauszufinden, ob es der gesuchte Hund war oder nicht
4. eine Sichtungsüberprüfung macht dann Sinn, wenn der Hund zuvor da nie gewesen ist, im Wohn- oder Gassigebiet ist das ziemlich sinnbefreit, dort gibt es sowieso Geruch vom entlaufenen Hund, es kann also niemals ein sicheres Ergebnis dabei herauskommen
5. anhand unserer Trails können wir das genaue Spuralter nicht bestimmen, natürlich können wir sagen, ob es sich um frisch oder alt handelt, allerdings ist das Suchverhalten auch immer von der Witterung und den persönlichen Umständen der Hunde abhängig und natürlich auch vom Gelände
6. achja, Gelände… Berge, Täler, Gefälle, Wasser, Gebäude… alles Faktoren, die die Suche maßgeblich beeinflussen, ebenso wie Temperatur, Licht/Schatten usw. all dies kann dazu führen, dass die Hunde es nicht bis zum Auffinden lösen können, hier liegt es einfach beim Team alle Fakten zu sammeln, zu bewerten und letztendlich die richtigen Schlußfolgerungen zu ziehen

Eine Suche mit Hund ist immer individuell. Wer dazu noch Fragen hat, kann uns einfach anrufen, statt Dinge zu erzählen, die einfach nicht stimmen und ggf. die Besitzer verunsichern und die Suche behindern.

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