In Nelas Familie herrschte seit einigen Tagen Ausnahmezustand: Frauchen hochschwanger im Krankenhaus, der Rest der Familie rotierend zu Hause und so kam, was kommen musste… auf dem Weg zum Gassi- Gehen fiel der Herrchen der Griff der Flexileine direkt vor der Haustür am Freitag Abend aus der Hand, schepperte auf den Boden und Nela, die sich furchtbar erschrocken hatte, rannte weg. Bergauf konnte Herrchen Chris die scheue Hündin nur bis zur nächste Straße verfolgen, dann war sie bereits verschwunden.

Der Anruf erreichte uns Samstag Abend. Da der Besitzer zusätzlich noch eine andere Pettrailerin kontaktiert hatte und diese ihren Einsatz für Sonntag Vormittag zugesagt hatte, waren wir erstmal raus. Wir hatten für Sonntag auch schon einen anderen Einsatz zugesagt (auch wenn dieser letztlich ausfiel), so dass wir sowieso nicht gleich hätten starten können.
Am Sonntag Abend kontaktierte uns Besitzer Chris erneut. Laut der vor Ort gewesenen Pettrailerin sollte Nela mobil sein, sie hatte zu Futterstellen und Flyern geraten. Nach diesem Ergebnis rieten wir auch dazu, erstmal abzuwarten, ob nun Sichtungen reinkommen.
Am Montag Abend gab es noch immer nichts Verwertbares und so folgten wir schließlich der Bitte von Herrchen Chris zu einem Einsatz unserer Suchhunde.
Kurz bevor wir uns auf den Weg machten, trudelte eine Sichtungsmeldung vom Vorabend ein. Da wir sowieso in den Startlöchern standen, war der Plan, erstmal diese Sichtung zu prüfen und je nach Ergebnis zu entscheiden, was weiter zu tun ist.

Wir trafen uns in Velbert am Zuhause von Nela, übernahmen den Geruchsartikel (die Bürste von Nela) und fuhren zum vermeintlichen Sichtungsort.
Unsere erfahrene Suchhündin Feline übernahm diesen Job. In Sachen Sichtungsüberprüfung macht ihr keiner was vor. Nachdem sie wirklich jeden Abgang geprüft hatte, war klar, dass Nela dort nie gewesen war.

Wir fuhren zurück. Zuhause angekommen setzten wir Feline erneut etwas oberhalb auf einem geraden Stück ohne Gefälle auf dem Entlaufweg an. Sie folgte diesem zielstrebig, lief eine steile Böschung runter und traf dann auf den Gassiweg von Nela. Auf dieser Freifläche hatte sie nach vier Tagen sichtlich zu tun die Altspuren von frischerem Geruch zu sortieren, folgte erst dem Altgeruch, schloss dort alles aus, folgte etwas frischerem Geruch bis zu einem Acker. Keiner dieser Wege überzeugte uns wirklich und fühlte sich nach frischer Spur an. Da sie schon eine Zeit gearbeitet hatte, beschlossen wir, sie rauszunehmen, um Milka ins Rennen zu schicken.
Feline war bereits ins Halsband umgeschnallt, als sie trotzdem nochmal ein Waldstück markierte. Wir behielten es für später im Hinterkopf.

Am Auto angekommen, versorgten wir Feline, belohnten sie für ihre Arbeit und machten Milka startklar. Der kleinen Fellnase dauerte wieder Mal alles viel zu lange, sie war mega ungeduldig und wollte direkt los.
Wir sparten uns ein Stück der Strecke und setzten sie erst kurz vor der Böschung an. Sie rannte auch dort runter, entschied sich unten direkt für rechts, markierte das gleiche Waldstück wie Feline, lief aber erstmal auch den Weg weiter entlang zum Acker auf einem etwas abweichenden Trail.
Wir nahmen sie kurze Zeit später aus der Suche und machten Pause.
Wir überlegten… alles machte den Anschein, dass Nela mobil war, allerdings gab es nicht eine Sichtung, was wiederum dafür sprach, dass die Maus irgendwo festhängt…
Wir gingen langsam zurück, wohlwissend, dass wir vielleicht etwas übersehen hatten.

Plötzlich zog Milka an, wir befanden uns wieder an dem Stück, dass Feline und sie bereits markiert hatten und Milka suchte nun einen Eingang. Nachdem dieser gefunden war, ging alles ganz schnell: wie eine kleine Dampfwalze rannte Milka durch Brombeeren, Unterholz und Gestrüpp steil bergauf und noch während wir Besitzer Chris nach der Farbe der Flexileine fragten, hörte Mandy ein leises Knurren. Milka zog weiter und nur fünf Meter entfernt, sah Mandy die kleine Nela im Gestrüpp. Sie hatte sich mehrfach mit der Flexi um Bäume und Geäst gewickelt. Mandy sagte: Stopp, wir haben sie und erst einen kurzen Moment später konnte Besitzer Chris unter Tränen realisieren, was gerade geschah.
Wir baten ihn Milka zu halten, um erstmal zu checken, wie Nelas Lage war. Gerade in solchen emotionalen Momenten passieren schnell Fehler und jetzt musste alles überlegt sein. Außerdem wussten wir, dass Nela Angst vor Männern hat und Chris evtl. erstmal nicht erkennen würde.
Nela duckte sich runter zum Boden, sie zitterte vor Angst, aber es war ihr deutlich anzumerken, dass sie wusste, dass sie nun gerettet würde.
Mandy legte Nela zur Sicherung erstmal eine Moxonleine an. Erst dann wurde die Flexi entheddert, Nela nochmal gesichert und aus dem Dickicht befreit.
Unser kleine Milka freute sich wie Bolle und wir uns leise und vorsichtig (um Nela nicht zu verschrecken) mit ihr.
Kurze Zeit später hatten wir das Dickicht verlassen und saßen auf dem Wanderweg. Wir versorgten die Hunde und mussten selbst erstmal fassen, was gerade passiert war. Nela konnte inzwischen wedeln und freute sich sichtlich über Herrchen Chris, der sein Glück noch immer nicht fassen konnte.
Unsere Heldin Milka nahm immer wieder Kontakt zu Nela auf und wir konnten sie nun endlich mit Leberwurst feiern.
Nachdem wir etwas verschnauft hatten, machten wir uns auf den Weg, um Nela und Chris nach Hause zu bringen. Feline, die wir noch kurz aus dem Auto holten, freute sich ebenfalls riesig über Nela.
Zuhause angekommen konnte sich die Hündin erstmal erholen, bekam Wasser und etwas Futter und kroch direkt in ihr Bettchen.
Total erschöpft machten auch wir uns mit unseren Helden auf den Heimweg.

Nela geht es gut! Sie frisst und trinkt und hat ihren Ausflug unbeschadet überstanden. Herrchen Chris erholt sich vom Ausnahmezustand und Frauchen Sonja wird das Krankenhaus hoffentlich auch schnell verlassen können.
An dieser Stelle nochmal Herzliche Grüße und alles Gute fürs Baby 😘

Ein sehr emotionaler Einsatz mit einem guten Ausgang, Glück für Nela, die einen Schutzengel namens Milka hat und ein toller Einstieg für unsere neue Suchhelferin Simone.

Danke an alle, die an uns glauben, uns unterstützen, fördern, empfehlen, an unsere Ehemänner, Partner, Familien und unsere Trainer!

 

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