Als uns gestern der Anruf erreichte, machten wir Frauchen Ann-Kathrin keine großen Hoffnungen.
Kenai ist eins von vier Frettchen, die in Oberhausen bei Ann-Kathrin in einem tollen Gehege leben. Beim Säubern der Frettchen-Burg war der hübsche Rüde entwischt.
Erst hielt er sich in einem benachbarten Garten auf, aber als Frauchen davon erfuhr, war die Fellnase längst über alle Berge.
Als Geruchsartikel gab es nur eine Decke aus dem Gehege, mit der natürlich alle Frettchen Kontakt hatten. Das bedeutete, dass wir die verbliebenen drei Fellnasen geruchlich ausschließen mussten. Allein dafür fehlte mir schon die Phantasie. Außerdem gab es rund um den Entlaufort nur eingezäunte Gärten. Es musste also noch vor dem Einsatz bei allen umliegenden Nachbarn gefragt werden, ob das Betreten mit Suchhund überhaupt okay ist.
Bis zum Abend war aber alles geklärt und so entschieden wir, den Versuch zu wagen.

Vor Ort angekommen, fertigten wir von der Decke erstmal Geruchskopien an. Dann gings zur Frettchen-Burg und wir staunten nicht schlecht: ein mega toll eingerichtetes Gehege und auf Ruf von Frauchen kamen „Chaplin“, „Vaiana“ und „Coco Chanel“ direkt zum Zaun angetrabt. Von Scheu oder Angst keine Spur. Milka war sichtlich begeistert und aufgeregt, schnüffelte jede einzelne Fellnase hinterm Zaun ab. Dann gings los…am letzten Sichtungspunkt nahm Milki die Spur auf: durch zwei Gärten auf den Sommerweg zwischen den Grundstücken ging es vor zur Straße, über diese, auf die gegenüberliegende Wiese, eine Böschung hoch. Hier fing Milka an zu kreiseln, zeigte oben den Eingang eines Kaninchenbaus an. Als wir eine weitere Runde dort drehten, stand sie oben und blickte auf den Weg unterhalb, zog aber nicht durch.
Ich beschloss Milkas Ergebnis mit Feline zu prüfen um ggf. neue Erkenntnisse zu erlangen. Wir schlossen also wieder die drei daheimgebliebenen Frettchen aus. Feline war so erregt, dass sie am ganzen Körper zitterte.
Auch sie verfolgte die Spur zur Wiese, lief etwas oberhalb davon und landete auch oben am Bau. Als Frauchen dort niederkniete nahm sie deutlichen Frettchen-Geruch war (O-Ton: „Riecht wie Frettchen Pupse…“). Da sich weder auf Rufen noch auf Rascheln und Schlüssel-Klappern etwas bewegte, konnte wir erstmal nichts weiter ausrichten. Wir empfahlen dort zu Flyern, eine Spur mit benutztem Katzenstreu aus dem Gehege nach Hause zu legen und für den Folgetag eine Lebendfalle zu organisieren.

Mit einem guten Gefühl und überrascht vom positiven Verlauf der Suche fuhren wir nach Hause.

Heute dann der erlösende Anruf: Kenai war gefunden. Er saß in einem Garten, der an den Weg unterhalb der Böschung grenzte. Die aufmerksamen Bewohner hatten die Fellnase bereits mit Fleisch und einer Decke versorgt, so dass Besitzerin Ann-Kathrin ihn kurze Zeit später abholen konnte.

Fazit der Suche: Wir sind froh, es probiert zu haben. Schwierige Start-Situationen bringen immer auch Lernerfolge mit sich. Unsere Hunde suchen zuverlässig und auch wenn wir gestern Abend nicht mehr die Böschung runter gekrabbelt sind, um auch die letzte Eventualität zu prüfen, hat alles ein gutes Ende genommen.

Wir freuen uns sehr, dass die Fellnase wieder daheim ist und freuen uns noch mehr auf ein baldiges Training mit der Rasselbande, damit wir für die nächste Frettchen-Suche bestens gerüstet sind.

Ann-Kathrin: Danke für dein Vertrauen!

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